Die katholische Trauung

Die Ehe gilt in der katholischen Kirche als eines der sieben Sakramente, und ist erst mit dem geistlichen Segen der Kirche durch eine katholische Trauung besiegelt. Hier findet ihr die wichtigsten Punkte, die ihr für die katholische Trauung wissen müsst.

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Photo Credit: Tumblr / Eichbaum

Eine rechtskräftige Ehe setzt eine standesamtliche Eheschließung voraus. Darüber hinaus gilt die Ehe in der katholischen Kirche erst durch den geistlichen Segen als besiegelt. In der Regel findet die katholische Trauung in der Kirche der Heimatgemeinde statt. Wer sich eine besonders hübsche Kapelle oder eine außergewöhnliche Kirche als Trauungsort wünscht, und/oder einen anderen Pfarrer oder Diakon möchte, sollte dies mit dem zugehörigen Pfarrer der Kirche besprechen.

Was sind die Voraussetzungen für eine katholische Trauung?

  • Mindestens ein Partner MUSS katholisch sein
  • Brautpaar MUSS verschiedene Geschlechter haben
  • Zwei Trauzeugen (katholisch und volljährig)
  • Die Trauung auf dem Standesamt muss bereits stattgefunden haben + Bestätigung, dass die Trauung beim Standesamt angemeldet ist (oder die Heiratsurkunde)
  • Bestätigung der Taufe (Taufschein, Taufurkunde)
  • Nachweis Firmung (oftmals mit im Taufschein eingetragen)

Welche weiteren Unterlagen braucht ihr?

  1. Personalausweis / Reisepass
  2. Taufbescheinigung
  3. Bescheinigung, dass sie ledig sind
  4. Nachweis Firmung
  5. Bescheinigung der Anmeldung zur standesamtlichen Trauung oder Heiratsurkunde
  6. Unterschriebenes Ehevorbereitungsprotokoll

Sonderfälle:

  1. Falls die Trauung in einer fremden Gemeinde statt findet: Traulizenz / Entlassschein zur Vorlage bei einem fremden Pfarrer
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Photo Credit: Tumblr / Blondelicious 

Vorbereitungstipps für die katholische Trauung

  1. Datum und Ort der katholischen Trauung festlegen
    – Sobald ihr einen Wunschtermin gefunden habt, solltet ihr das Pfarramt persönlich oder telefonisch kontaktieren und abklären, ob die Trauung an dem von euch ausgesuchten Termin stattfinden kann.
  2. Seminar
    – Programmfalter mitnehmen
    – Termin und Ort auswählen
    – Zeitnah im voraus anmelden
  3. Trauungsgespräch
    – Vor dem eigentlichen Hochzeitstermin wird es mehrere Traugespräche geben, in denen Fragen zum allgemeinen Ablauf geklärt werden. Hierfür solltet ihr zeitnah einen Termin vereinbaren!
  4. Gespräch mit dem Trauungspriester
    – In diesem Gespräch wird die Gestaltung der Trauung und Feier besprochen. Eigene Gebete, Texte und persönliche Worte können mit eingebunden werden, und Lieder, sowie die gesamte musikalische Gestaltung mit geplant werden.

Wie sieht ein Trauungsgespräch und das Eheseminar aus?

Vor der kirchlichen Trauung findet ein Trauungsgespräch und ein Eheseminar statt, in dem es um die Bedeutung der kirchlichen Trauung und das katholische Eheverständnis geht. Zusätzlich geht es um die Anliegen des Brautpaares, die Ehe als Sakrament,… etc.

Grundsätzlich dienen beide Themen der Vorbereitung der katholischen Hochzeit.

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Photo Credit: Pinterest / Samuiweddingsandevents

Ablauf der katholischen Trauung

Es gibt zwei Möglichkeiten für den Ablauf der katholischen Trauung:

Wortgottesdienst / circa 30 – 40 Minuten:

  1. Eröffnung
    – Empfang des Brautpaares durch Pfarrer am Kircheneingang
    – Einzug in die Kirche mit Musikbegleitung durch Orgel oder Chor
    – Eröffnungsgebet
    – Begrüßung der Gemeinde
    – Einführung und Überleitung hin zum Gottesdienst
    – Kyrie
    – Tagesgebet
  2. Wortgottesdienst
    – Lesungen und Gesänge zu den Lesungen
    – Homilie (Ansprache / Predigt)
  3. Trauung
    – Befragung der Brautleute
    – Segnung der Ringe
    – Vermählung
    – Bestätigung der Vermählung durch Trauzeugen
    – Feierlicher Trauungssegen
  4. Fürbitten
  5. Vaterunser
  6. Schlussgebet und Danklied
  7. Unterzeichnung der Trauungsdokumente
  8. Abschlusssegnung
  9. Auszug aus der Kirche

Mit Eucharistiefeier / circa 60 – 75 Minuten

  1. Eröffnung
    – Empfang des Brautpaares durch Pfarrer am Kircheneingang
    – Einzug in die Kirche mit Musikbegleitung durch Orgel oder Chor
    – Eröffnungsgebet
    – Begrüßung der Gemeinde
    – Einführung und Überleitung hin zum Gottesdienst
    – Kyrie
    – Tagesgebet
  2. Wortgottesdienst
    – Lesungen und Gesänge zu den Lesungen
    – Homilie (Ansprache / Predigt)
  3. Trauung
    – Befragung der Brautleute
    – Segnung der Ringe
    – Vermählung
    – Bestätigung der Vermählung durch Trauzeugen
    – Feierlicher Trauungssegen
  4. Fürbitten
  5. Eucharistiefeier
  6. Schlussgebet und Danklied
  7. Unterzeichnung der Trauungsdokumente
  8. Auszug aus der Kirche
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Photo Credit: Pinterest / Sconetent

Generalprobe für die katholische Trauung

Ihr könnt euch überlegen, ob ihr ein bis zwei Wochen vor der eigentlichen Trauung eine Generalprobe macht. Dort werden alle Details, wie Sitzplätze der Gäste, Höhe des Mikrofons, Platzierung der Trauzeugen etc. durchgespielt. Wichtige Personen, wie Trauzeugen und Blumenkinder sollten unbedingt daran teilnehmen. Sollte jemand Nahestehendes die Lesung durchführen, sollte auch diese Person Probe lesen. Das schafft Sicherheit und er oder sie ist mit der Technik vor Ort vertraut. Hierfür sollte zeitnah ein Termin mit dem Pfarrbüro ausgemacht werden.

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Photo Credit: Pinterest / Four Seasons Hotel
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Photo Credit: Wikipedia

ALL EYES ON PIA RAHLFS – PHOTOGRAPHER

Warme Farben, gebrochenes Licht, gefühlvolle Momente. Pia Rahlfs arbeitet als Fotografin mit dem Schwerpunkt Hochzeit und Mode. Neben ihrer Selbstständigkeit ist sie in einem E-Commerce Unternehmen tätig. Wer mit ihr zusammen arbeitet, kann sich auf authentische Bilder und eine lockere Atmosphäre freuen.

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Pia, du und dein Mann feiert selbst in naher Zukunft eure Hochzeit. Was darf deiner Meinung nach auf keiner Hochzeit fehlen?

Eine Torte?

Ich dachte eher an den Fotografen..

Hm. Wenn ich eine Hochzeit feiere, dann mache ich das, weil ich meine Lieben in meiner Nähe haben möchte. Ich will die Liebe und das Leben feiern. Dann ist doch das Wichtigste, sich zu haben. Alles andere ist traditionsgebunden. Ringe, Hochzeitstorte, ob die Braut ein weißes Kleid trägt, das müsste alles nicht sein. Für jeden Menschen sind verschiedene Dinge relevant, aber die lieben Menschen, die einem wichtig sind, dürfen einfach nicht fehlen.

Fotos können die Erinnerungen für immer festhalten und auffrischen.  Meiner Meinung nach gibt es kaum etwas schöneres, als einen der schönsten Tage im eigenen Leben mit einem Fotoalbum in der Hand Revue passieren zu lassen. Von daher ist ein/e Hochzeitsfotograf/in, für mich persönlich, natürlich wichtig. Wenn ich jetzt heiraten würde, und ich hätte keinen Fotografen, dann wäre irgendwas falsch.

Wer begleitet eure Hochzeitsfeier fotografisch?

Wir haben bereits standesamtlich geheiratet und an dem Tag hat Nina Witte, eine Freundin, mit der ich die Ausbildung gemacht habe, uns fotografisch begleitet. Sie wohnt auch in Hamburg, macht das gleiche wie ich und ihre Bilder gefallen mir sehr gut. Und da sie ihren Job bei der standesamtlichen Trauung sehr gut gemacht hat, möchten wir sie auch bei der Kirchlichen dabei haben. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass der Fotograf einem auf Schritt und Tritt folgt, und dann sollte das jemand sein, mit dem man sich wohl fühlt. Das Menschliche muss passen.

Was fasziniert dich so sehr an Hochzeiten und Hochzeitsfotografie?

Ich bin in meiner Ausbildung auf das Thema Hochzeiten gestoßen, weil meine Ausbilderin viele Hochzeiten fotografiert hat und ich oft mitgegangen bin. Damals ist mir schon aufgefallen, dass das was ganz anderes ist – als zum Beispiel Porträtfotografie. Mit Modefotografie hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht viel zu tun, aber Hochzeiten waren einfach schon immer etwas Besonderes für mich. Du bekommst so viel positives Feedback. Die Leute gucken sich später die Bilder an und können diesen wunderschönen Tag nochmal erleben. Es ist natürlich auch eine riesengroße Verantwortung und meine Kunden setzen großes Vertrauen in mich, wofür ich sehr dankbar bin. Es kann keiner bestreiten, dass Hochzeiten etwas sehr positives sind und da ganz viel Vorfreude mit verbunden ist. Auch ein Stück weit Romantik – mal mehr, mal weniger. Aber letztendlich geht es doch um die Liebe und was gibt es schöneres als Thema für die eigene Arbeit, als die Liebe, oder?

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Jetzt hast du viel Positives über deine Arbeit berichtet. Hast du mal eine negative Erfahrung gemacht?

Bei einer Hochzeit habe ich es glücklicherweise noch nie erlebt, dass die Leute später unzufrieden waren. Aber bei einem Shooting hatte ich mal ein Paar, das sich auf den Bildern nicht leiden mochte. Sie waren sehr selbstkritisch, und haben das auch selbst gesagt. Trotzdem war das für mich echt unangenehm. Ich habe so viel Zeit und Liebe in die Bilder gesteckt und mir gefielen die Fotos wirklich gut. Genau mein Stil. Aber sie mochten sich einfach nicht leiden. Damit muss man auch lernen umzugehen.

Um solche Probleme zu vermeiden, triffst du dich vorher mit dem Paar, oder?

Ich treffe mich immer vorher mit den Paaren. Es ist ganz komisch, wenn du zu einer Hochzeit kommst und siehst die Leute zum ersten Mal. Ich finde es wichtig, dass man wenigstens einmal miteinander gesprochen hat. Ich fahre am Wochenende sogar nach Hannover, um mich mit einem Paar zu treffen – obwohl es eine Kindheitsfreundin ist. Allerdings habe ich sie circa 20 Jahren nicht gesehen und so kann ich sie und ihren Verlobten noch einmal richtig kennen lernen. Wir können ein besseres Gefühl füreinander entwickeln. Sonst könnte es beklemmend werden. Der Tag ist eh schon anstrengend und aufregend genug für beide Seiten, da muss man sich nun nicht noch auf eine neue Person einstellen.

Was kann ein Paar erwarten, wenn du die Hochzeit begleitest?

Schöne Bilder. Meinen Wert an Erfahrung. Ich halte mich nach Möglichkeit immer im Hintergrund und würde mich als sehr einfühlsam beschreiben. Ich stehe mit Rat und Tat zur Seite. Wenn das Paar zum Beispiel nicht weiß, wer beim Torte anschneiden die Hand oben hat, oder wer in der Kirche links und wer rechts sitzt, kann ich helfen. Ich zeige dem Paar auch gerne, wie man die Ringe richtig ansteckt. Ich bin mit Leib und Seele dabei und mache das Ganze mit viel Liebe, weil es das ist, was ich liebe. Das ist meine Leidenschaft. Ich lege großen Wert auf authentische Momente, auf Details. Neben der Technik ist es einfach wichtig, dass man sich auf die Menschen einstellen kann, sich der Situation anpasst, und dass man während der Trauung im Hintergrund bleibt. Für mich ist es wichtig, dass die Bilder nicht gestellt wirken. Und dazu gehört auch, dass das Paar während der Zeremonie und während des Tages nicht zu mir guckt. Ich bin nicht wichtig an dem Tag, und auch die Kamera nicht.

Wie würdest du deinen Stil, deine Bildsprache beschreiben?

Mein Stil hat einen ziemlich großen Wandel gemacht. Ich habe verschiedene Einflüsse erlebt, die meinen Stil geprägt haben. Während meiner drei Jahre Ausbildung im Porträtstudio war es eher klassisch und sehr bodenständig, vieles war gestellt, was mir schon von Anfang an nicht so gefallen hat. Ich habe mich immer schon zu authentischer Fotografie hingezogen gefühlt. Meine vier Jahre Arbeitserfahrung in verschiedenen E-Commerce Modeunternehmen haben mich ebenfalls beeinflusst. Ich achte nicht mehr nur auf die Person oder die technische Perfektion, sondern setze mein Augenmerk auch auf den Sitz der Kleidung und auf den Bildaufbau. Das wichtigste ist jetzt nicht mehr unbedingt die technische Perfektion, wobei das immer wichtig für mich sein wird, da ich eine kleine Perfektionistin bin. Aber mittlerweile ist es mir wichtiger, Momente so aufzunehmen, wie sie wirklich sind, dass Emotionen und eine Geschichte rüber gebracht werden. Auch Instagram beeinflusst mich stark. Da habe ich viel Inspiration gefunden, und habe mich daran orientiert. So bin ich jetzt bei einer sehr warmen, und ganz natürlichen Fotografie gelandet, die authentisch ist.

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Glaubst du, dass sich dein Stil mit der Zeit wieder verändert, dass es in der Fotografie, ähnlich wie in der Mode, sowas wie Trends gibt?

Ja, das kann schon sein. Auch, dass ich mit dem Trend gehe, aber man weiß auch nicht, was in dreißig Jahren ist. Wie sich die Technik weiter entwickelt und wir uns verändern müssen, um immer noch unsere Nische zu finden. Die Handykameras werden immer besser. Die Filter werden professioneller und die Leuten können mittlerweile tolle Bilder machen, ohne dass sie groß was können. An die professionelle Fotografie wird das nie herankommen, es ist aber auch eine Frage des Anspruchs. Dadurch muss man sich immer wieder hinterfragen, sich selbst fragen, wie kann ich an mir arbeiten, wie kann ich noch ein Schritt vorwärts gehen und auch wirklich einen Nutzen daraus ziehen, dass ich dieses Handwerk gelernt habe. Man muss sich als Fotograf immer wieder beweisen.

Was unterscheidet dich von anderen Hochzeitsfotografen?

Es gibt Fotografen wie Sand am Meer. Und leider darf sich jeder Mensch, der fotografiert, auch Fotograf nennen. Ich habe das Handwerk von der Pike auf gelernt und habe mittlerweile recht viel Erfahrung als Fotografin. Da ist es natürlich schwierig sich zu behaupten und seine Preise zu rechtfertigen. Mein größtes Plus liegt gar nicht unbedingt auf technischer Ebene, sondern in meiner Fähigkeit mich einzufühlen. Außerdem denke ich, dass, gerade weil ich mich so für Hochzeiten begeistern kann, es einfach genau das ist, was ich machen muss. Es gibt keinen anderen Beruf, der mich so sehr erfüllt.

Pia Rahlfs - Fotografin
Pia Rahlfs – Fotografin

Hast du ein Zitat oder ein Motto zum Thema Liebe oder Ehe, dass dich inspiriert?

Schwierig. Das was ich da mache, ist einfach was sehr persönliches. Für mich hat das viel mit Vertrauen zu tun. Ich war schon immer ein familiärer Mensch, bin mit drei Schwestern aufgewachsen. Ich liebe es mit Menschen zusammen zu arbeiten. Das ist meine Leidenschaft. Mich inspirieren die Menschen an sich, jede einzelne Liebesgeschichte, die dahinter steht. Das ist doch Inspiration genug, oder?

©Alle Bilder sind von Pia Rahlfs