ALL EYES ON PIA RAHLFS – PHOTOGRAPHER

Warme Farben, gebrochenes Licht, gefühlvolle Momente. Pia Rahlfs arbeitet als Fotografin mit dem Schwerpunkt Hochzeit und Mode. Neben ihrer Selbstständigkeit ist sie in einem E-Commerce Unternehmen tätig. Wer mit ihr zusammen arbeitet, kann sich auf authentische Bilder und eine lockere Atmosphäre freuen.

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Pia, du und dein Mann feiert selbst in naher Zukunft eure Hochzeit. Was darf deiner Meinung nach auf keiner Hochzeit fehlen?

Eine Torte?

Ich dachte eher an den Fotografen..

Hm. Wenn ich eine Hochzeit feiere, dann mache ich das, weil ich meine Lieben in meiner Nähe haben möchte. Ich will die Liebe und das Leben feiern. Dann ist doch das Wichtigste, sich zu haben. Alles andere ist traditionsgebunden. Ringe, Hochzeitstorte, ob die Braut ein weißes Kleid trägt, das müsste alles nicht sein. Für jeden Menschen sind verschiedene Dinge relevant, aber die lieben Menschen, die einem wichtig sind, dürfen einfach nicht fehlen.

Fotos können die Erinnerungen für immer festhalten und auffrischen.  Meiner Meinung nach gibt es kaum etwas schöneres, als einen der schönsten Tage im eigenen Leben mit einem Fotoalbum in der Hand Revue passieren zu lassen. Von daher ist ein/e Hochzeitsfotograf/in, für mich persönlich, natürlich wichtig. Wenn ich jetzt heiraten würde, und ich hätte keinen Fotografen, dann wäre irgendwas falsch.

Wer begleitet eure Hochzeitsfeier fotografisch?

Wir haben bereits standesamtlich geheiratet und an dem Tag hat Nina Witte, eine Freundin, mit der ich die Ausbildung gemacht habe, uns fotografisch begleitet. Sie wohnt auch in Hamburg, macht das gleiche wie ich und ihre Bilder gefallen mir sehr gut. Und da sie ihren Job bei der standesamtlichen Trauung sehr gut gemacht hat, möchten wir sie auch bei der Kirchlichen dabei haben. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass der Fotograf einem auf Schritt und Tritt folgt, und dann sollte das jemand sein, mit dem man sich wohl fühlt. Das Menschliche muss passen.

Was fasziniert dich so sehr an Hochzeiten und Hochzeitsfotografie?

Ich bin in meiner Ausbildung auf das Thema Hochzeiten gestoßen, weil meine Ausbilderin viele Hochzeiten fotografiert hat und ich oft mitgegangen bin. Damals ist mir schon aufgefallen, dass das was ganz anderes ist – als zum Beispiel Porträtfotografie. Mit Modefotografie hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht viel zu tun, aber Hochzeiten waren einfach schon immer etwas Besonderes für mich. Du bekommst so viel positives Feedback. Die Leute gucken sich später die Bilder an und können diesen wunderschönen Tag nochmal erleben. Es ist natürlich auch eine riesengroße Verantwortung und meine Kunden setzen großes Vertrauen in mich, wofür ich sehr dankbar bin. Es kann keiner bestreiten, dass Hochzeiten etwas sehr positives sind und da ganz viel Vorfreude mit verbunden ist. Auch ein Stück weit Romantik – mal mehr, mal weniger. Aber letztendlich geht es doch um die Liebe und was gibt es schöneres als Thema für die eigene Arbeit, als die Liebe, oder?

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Jetzt hast du viel Positives über deine Arbeit berichtet. Hast du mal eine negative Erfahrung gemacht?

Bei einer Hochzeit habe ich es glücklicherweise noch nie erlebt, dass die Leute später unzufrieden waren. Aber bei einem Shooting hatte ich mal ein Paar, das sich auf den Bildern nicht leiden mochte. Sie waren sehr selbstkritisch, und haben das auch selbst gesagt. Trotzdem war das für mich echt unangenehm. Ich habe so viel Zeit und Liebe in die Bilder gesteckt und mir gefielen die Fotos wirklich gut. Genau mein Stil. Aber sie mochten sich einfach nicht leiden. Damit muss man auch lernen umzugehen.

Um solche Probleme zu vermeiden, triffst du dich vorher mit dem Paar, oder?

Ich treffe mich immer vorher mit den Paaren. Es ist ganz komisch, wenn du zu einer Hochzeit kommst und siehst die Leute zum ersten Mal. Ich finde es wichtig, dass man wenigstens einmal miteinander gesprochen hat. Ich fahre am Wochenende sogar nach Hannover, um mich mit einem Paar zu treffen – obwohl es eine Kindheitsfreundin ist. Allerdings habe ich sie circa 20 Jahren nicht gesehen und so kann ich sie und ihren Verlobten noch einmal richtig kennen lernen. Wir können ein besseres Gefühl füreinander entwickeln. Sonst könnte es beklemmend werden. Der Tag ist eh schon anstrengend und aufregend genug für beide Seiten, da muss man sich nun nicht noch auf eine neue Person einstellen.

Was kann ein Paar erwarten, wenn du die Hochzeit begleitest?

Schöne Bilder. Meinen Wert an Erfahrung. Ich halte mich nach Möglichkeit immer im Hintergrund und würde mich als sehr einfühlsam beschreiben. Ich stehe mit Rat und Tat zur Seite. Wenn das Paar zum Beispiel nicht weiß, wer beim Torte anschneiden die Hand oben hat, oder wer in der Kirche links und wer rechts sitzt, kann ich helfen. Ich zeige dem Paar auch gerne, wie man die Ringe richtig ansteckt. Ich bin mit Leib und Seele dabei und mache das Ganze mit viel Liebe, weil es das ist, was ich liebe. Das ist meine Leidenschaft. Ich lege großen Wert auf authentische Momente, auf Details. Neben der Technik ist es einfach wichtig, dass man sich auf die Menschen einstellen kann, sich der Situation anpasst, und dass man während der Trauung im Hintergrund bleibt. Für mich ist es wichtig, dass die Bilder nicht gestellt wirken. Und dazu gehört auch, dass das Paar während der Zeremonie und während des Tages nicht zu mir guckt. Ich bin nicht wichtig an dem Tag, und auch die Kamera nicht.

Wie würdest du deinen Stil, deine Bildsprache beschreiben?

Mein Stil hat einen ziemlich großen Wandel gemacht. Ich habe verschiedene Einflüsse erlebt, die meinen Stil geprägt haben. Während meiner drei Jahre Ausbildung im Porträtstudio war es eher klassisch und sehr bodenständig, vieles war gestellt, was mir schon von Anfang an nicht so gefallen hat. Ich habe mich immer schon zu authentischer Fotografie hingezogen gefühlt. Meine vier Jahre Arbeitserfahrung in verschiedenen E-Commerce Modeunternehmen haben mich ebenfalls beeinflusst. Ich achte nicht mehr nur auf die Person oder die technische Perfektion, sondern setze mein Augenmerk auch auf den Sitz der Kleidung und auf den Bildaufbau. Das wichtigste ist jetzt nicht mehr unbedingt die technische Perfektion, wobei das immer wichtig für mich sein wird, da ich eine kleine Perfektionistin bin. Aber mittlerweile ist es mir wichtiger, Momente so aufzunehmen, wie sie wirklich sind, dass Emotionen und eine Geschichte rüber gebracht werden. Auch Instagram beeinflusst mich stark. Da habe ich viel Inspiration gefunden, und habe mich daran orientiert. So bin ich jetzt bei einer sehr warmen, und ganz natürlichen Fotografie gelandet, die authentisch ist.

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Glaubst du, dass sich dein Stil mit der Zeit wieder verändert, dass es in der Fotografie, ähnlich wie in der Mode, sowas wie Trends gibt?

Ja, das kann schon sein. Auch, dass ich mit dem Trend gehe, aber man weiß auch nicht, was in dreißig Jahren ist. Wie sich die Technik weiter entwickelt und wir uns verändern müssen, um immer noch unsere Nische zu finden. Die Handykameras werden immer besser. Die Filter werden professioneller und die Leuten können mittlerweile tolle Bilder machen, ohne dass sie groß was können. An die professionelle Fotografie wird das nie herankommen, es ist aber auch eine Frage des Anspruchs. Dadurch muss man sich immer wieder hinterfragen, sich selbst fragen, wie kann ich an mir arbeiten, wie kann ich noch ein Schritt vorwärts gehen und auch wirklich einen Nutzen daraus ziehen, dass ich dieses Handwerk gelernt habe. Man muss sich als Fotograf immer wieder beweisen.

Was unterscheidet dich von anderen Hochzeitsfotografen?

Es gibt Fotografen wie Sand am Meer. Und leider darf sich jeder Mensch, der fotografiert, auch Fotograf nennen. Ich habe das Handwerk von der Pike auf gelernt und habe mittlerweile recht viel Erfahrung als Fotografin. Da ist es natürlich schwierig sich zu behaupten und seine Preise zu rechtfertigen. Mein größtes Plus liegt gar nicht unbedingt auf technischer Ebene, sondern in meiner Fähigkeit mich einzufühlen. Außerdem denke ich, dass, gerade weil ich mich so für Hochzeiten begeistern kann, es einfach genau das ist, was ich machen muss. Es gibt keinen anderen Beruf, der mich so sehr erfüllt.

Pia Rahlfs - Fotografin
Pia Rahlfs – Fotografin

Hast du ein Zitat oder ein Motto zum Thema Liebe oder Ehe, dass dich inspiriert?

Schwierig. Das was ich da mache, ist einfach was sehr persönliches. Für mich hat das viel mit Vertrauen zu tun. Ich war schon immer ein familiärer Mensch, bin mit drei Schwestern aufgewachsen. Ich liebe es mit Menschen zusammen zu arbeiten. Das ist meine Leidenschaft. Mich inspirieren die Menschen an sich, jede einzelne Liebesgeschichte, die dahinter steht. Das ist doch Inspiration genug, oder?

©Alle Bilder sind von Pia Rahlfs